Heute vor 30 Jahren

Der Gig an diesem Abend rangiert auf einem der ersten Plätze unter meinen persönlichen Top Ten, ein absolutes Erlebnis. Von all den weißen Blues- bzw. Rocksängern, die ich bisher live erleben durfte, hatte Steve Marriott wohl die beste Stimme, und seine energiegeladene Performance war ebenso einzigartig wie sein Gesang. An die Setlist des Abends kann ich mich nur noch sehr vage erinnern, ein bißchen Small Faces und Humble Pie und dazu einige Klassiker von Chuck Berry, Otis Redding, Buddy Guy und Bo Didley, eben alles was Steve Marriott und dem Publikum Spaß machte. Was auch immer er damals spielte, es war einfach nur geil. Leider sollte es mein einziges Konzert mit diesem genialen Musiker bleiben. Tragischerweise starb er nur wenige Monate später bei einem von ihm selbst verursachten Schwelbrand in seinem Landhaus.

Das Elli-Eck ist endgültig dicht

Mannomann, langsam scheint die jahresendzeitliche Schließung von Kultkneipen echt zur Regel zu werden. Zu meinem Gram gibt es davon leider sowieso nicht sehr viele, und inwieweit der Schließungsteufel im Corona-Jahr 2020 in meinen anderen Heimatstädten gewütet hat, ist für mich momentan noch nicht überschaubar. In Hannover hat es jetzt also das Eliseneck getroffen, und damit geht nicht nur ein Stück linderner Stadtteilkultur über die Wupper, sondern durch die Heimatvertreibung, besonders der Altszenies, auch eine tradierte Lebensweise, die sich anderswo nicht wieder ansiedeln läßt. Heute war nun Hardys Flohmarkt annonciert, auf dem Stammgäste Einrichtungsgegenstände erstehen konnten, um sich ein Stück Elli-Eck für die Ewigkeit zu sichern, nachdem der Laden, der Anfang nächsten Jahres besenrein übergeben werden muß, schon vor zwei Wochen zugesperrt hat. Ich habe vom Kauf nikotingetränkter Devotionalien Abstand genommen, und begnüge mich lieber mit meinen schönen Erinnerungen an diesen kuschelig quirligen Laden mit seinen verrückten Gästen. Bye bye Elli-Eck, war jut jewesen!Als Nachtrag noch das obige Foto vom Kehraus am 2. Januar 2021.