Beginn der Muschelsaison

Gegessen bei: Homecooking

Bin ich beim Italiener meiner Wahl, stehen meine Standardbestellungen eigentlich von jeher fest, nämlich all das, was mir in in der Küche in irgendeiner Weise Schwierigkeiten bereitet. Sind es bei den Pizze die nötigen hohen Ofentemperaturen, oder beim „Carpaccio di Manzo“ der hauchdünne Schnitt, habe ich bei den „Cozze alla Marinara“ schlichtweg keine Lust auf das Putzen und das Entbarten der Miesmuscheln. Sind die Muscheln allerdings bereits entsprechend vorbereitet, und ich muß nur noch spülen und aussortieren, mache ich mich gern an die schnelle und sehr simple Zubereitung. Zu den Miesmuscheln, egal ob in in Wein- oder Tomatensoße, gibt’s dann einfach ein Baguette. Venusmuscheln bereite ich auch gerne italienisch als „Spaghetti alle Vongole“ zu, Schwertmuscheln in der Pfanne mit mit einem guten Kräuterolivenöl. Für Austern muß ich ans Meer fahren, die möchte ich nur ultrafrisch genießen. In diesem Jahr etwas spät, aber egal ob im Restaurant oder in der heimischen Küche, meine Muschelsaison 2022 ist ab heute eröffnet.

Sauerkrautsuppe

Gegessen in der „Schwarzen Pumpe“, Choriner Str. 76, 10119 Berlin.

Als ich heute nach jahrelanger Abstinenz erwartungsvoll ins wiedereröffnete Lentz schusselte, mußte ich dort leider feststellen, daß die Küche erst irgendwann im September öffnet. Also zurück Richtung Pankow, um mich auf dem Weg dorthin in der „Schwarzen Pumpe“ vom Tagesgericht überraschen zulassen. Übrigens, das erste Mal, daß ich eine Sauerkrautsuppe aß. Das Gericht, simpel in der Zubereitung, war sehr lecker, leicht und sättigend zugleich. Die Schwarze Pumpe entwickelt sich für mich mehr und mehr zu einem Ort freudiger kulinarischer Überraschungen.

Bulette mit Kartoffelsalat

Gegessen bei Diener Tattersall, Grolmanstraße 7, 10623 Berlin.

Nachdem ich mich, als vormals passionierter Kneipen- und Restaurantbesucher, in den letzten zwei Jahren Corona-Pandemie wirklich zurückgehalten habe, mußte ich jüngst leider feststellen, daß nicht nur durch zahlreiche, unter anderem insolvenzbedingte, Schließungen in der Gastronomie, sondern auch durch die neuen kulinarischen Gewohnheiten der jüngeren Generation und deren preferiertes Bestell- und Liefergebaren, das altdeutsche Kneipenfutter nur noch sehr selten angeboten wird. Ist die Zeit der Hungertürme, der Soleier und Schmalzbrote schon seit Dekaden Geschichte, bedeuten inzwischen auch typische deutsche Kleingerichte einen echten Nostalgietrip. Hier, im Diener Tattersall, rühmt man sich der besten Berliner Buletten, was immer das auch heißen mag. Ich sage mal durchaus schmackhaft, genau wie der Kartoffelsalat. Auf jeden Fall eine große Freude, daß außer dem inzwischen üblichen Hipster- und Youngster-Food auch noch solche Klassiker angeboten werden.

Rinderbäckchen mit Kloß und Soß

Gegessen im Gasthaus Kupfer, Am Markt 23, 06636 Stolberg/Harz.

Eigentlich war der Tag viel zu warm für eine so deftige Speise, aber… Nun ja, es war wirklich sehr lange her, daß ich irgendwo geschmorte Rinderbäckchen auf einer Speisekarte ausmachte, und so nahe an der thüringischen Grenzlinie mußte der „Kloß und die Soß“ eigentlich auch schmackhaft sein. So konnte ich nicht widerstehen und wurde nicht enttäuscht. Das Fleisch war wunderbar zart und die Portion großzügig. Der Kloß, von fester Konsistenz, sehr sättigend, perfekt zum Aufnehmen der Soße, die auch sehr gut geschmacklich abgestimmt war, und die frischen Bohnen hatten genau den richtigen Biß. Die für die Optik gedachte Garnitur hätte man für mich zwar weglassen können, aber alles in allem, verließ ich das Lokal frohen Herzens und gut gesättigt.

Ziegen-Eis

Gegessen auf der Ziegenalm, Sophienhof 30, 99768 Harztor.

Natürlich mußte ich alle vier Sorten probieren, die klassischen Fürst Pückler, Schoko, Vanille, Erdbeer und zusätzlich Maracuja. Der sehr eigene Ziegenmilchgeschmackt paßt nach meiner Meinung unterschiedlich gut zu den einzelnen Aromen. Mein Fazit: Schmeckt schon sehr anders als das mit Kuhmilch hergestellte Speiseeis, allerdings gar nicht mal so übel und vor allem interessant.

Chili con Carne

Gegessen in der „Schwarzen Pumpe“, Choriner Straße 76, 10119 Berlin.

Gefühlt seit Urzeiten, habe ich dieses frühere Holzkneipen-Kultgericht nicht mehr gegessen. Ein echter Klassiker und hier auch noch lecker und zu einem unschlagbaren Preis angeboten. Das einfache Rezept: Die Zutaten Rinderhack, Zwiebeln, Knoblauch, Paprikaschoten und Tomaten werden nach dem Anschwitzen für eine dreiviertel Stunde in einer Brühe eingekocht. Von Beginn an mit dem Feuer (Cayennepfeffer, Chilipulver, Paprikapulver), Pfeffer und Salz und etwas Zucker würzen. Gegen Ende der Garzeit Kindneybohnen und Mais aus der Dose hinzufügen und kurze Zeit mitkochen. Serviert mit Baguette oder ähnlichem und für die Härtergesottenen vielleicht noch etwas Tabasco, rettete dieses deftige Gericht in manch durchzechter Nacht oft „den Tag danach“. Nach dem erneuten Aufwärmen, wird das Chili in der Regel sogar noch schmackhafter. Der nostalgische Beigeschmack, Zurückversetzung in die 70er Jahre.