„Braunkohl“ mit Bregenwurst

Gegessen in: Traditionelles Home Cooking in Hannover

Na klar, die norddeutsche Küche kann man wirklich nicht als rennomiert bezeichnen. Eigentlich ging es in unseren Breiten von jeher darum, möglichst nicht zu verhungern. Als romantischer Eingeborener habe ich viele regionale Speisen aber trotzdem gern, und die meisten schmecken mir, in Abhängigkeit von der Qualität der Zutaten, auch wirklich sehr gut. Man gehe also, jetzt zu Begin der „Fünften Jahreszeit“, zu einem Schlachter seines Vertauens, und kaufe dort Bregenwürste und, nach persönlichem Geschack, geräucherte oder ungeräuchterte Fleischeinlagen. Dazu entweder frischen Grünkohl oder auch Konserven, und besonders wichtig, ein gute Kartoffel. Danach kann man mit der recht simplen Zubereitung des Gerichts beginnen, am besten den Grünkohl in größerer Menge kochen, denn der wird nach jedem Einfrieren und Aufwärmen geschmacklich besser. Egal ob mit oder ohne Bier und Schnaps, ob im Rahmen einer Braunkohlwanderung oder in gemütlicher Runde zuhause, in der kaltgrauen Zeit wärmt eine so deftige und traditionelle Mahlzeit Herz und Magen …der Winter kann kommen.

Martins Gans am 11.11.

Gegessen in: „Home cooking“ in Hannover.
Gänsekeule klassisch mit Rotkohl, Bratapfel und Kartoffelknödel. Wegen der doch geringen Fleischmenge variierte ich die Zubereitung ein wenig, indem ich die Gänsekeulen für ungefähr 45 Minuten in einem Gemüsesud vorgekochte. Somit verkürzte sich die Backzeit auf ca. eineinviertel Stunden, die Keulen waren saftig und knusprig, und die Soße, für die der Gemüsesud Verwendung fand war wirklich sehr schmackhaft. Vielen Dank an O. für den Tipp.

China Imbiß Mr. Ha

Ber Abriß erfolgte schneller als die Zubereitung eines Chop Suey. Zugegeben, bei Mr. Ha gab es keine Spitzengastronomie, aber allein von der Preisgestaltung war dieser kleine Laden, zumal auf der Lister Meile, das Auge im Sturm. Die Pizzen, vis à vis im kultigen „La Lanterna“, sind zwar auch günstig und dabei absolute Spitze, aber zur Abwechselung etwas „Chinesisches“ in urigem Ambiente hatte auch seinen Charme. Schade drum!
Update vom 9.11.2021
War da mal was?
Update vom 21.2.2022
Die Reise ging wieder nach Asien!
Seit dem 2.2.22 gibt es hier Sushi im Oji Long

Räuchermakrele vom Granitblock

Gegessen in meinem Lieblingsrestaurant „Mutter Natur“ Filiale Lensterstrand, 23743 Grömitz.

So, wie man geschaffen wurde, egal ob im Sitzen, Stehen oder Liegen, ohne störende andere Gäste, ohne Wartezeit, Platzierung, Besteck, Etikette oder sonstige Regeln und unnütze Nervereien, bei Sonnenschein und bester Aussicht, an frischer Luft einfach einen leckeren Fisch verdrücken.
Nach der Mahlzeit eine erfrischende Komplettreinigung im Meer, und nach dieser „Anstrengung“, bei einem geruhsamen Schläfchen, die Haut von einer frischen Brise streicheln lassen. Das Optimum!

Top 50 Restaurants weltweit 2021

• Platz 1: Noma (Kopenhagen, Dänemark)
• Platz 2: Geranium (Kopenhagen, Dänemark)
• Platz 3: Asador Etxebarri (Atxondo, Spanien)
• Platz 4: Central (Lima, Peru) | Bestes Restaurant in Südamerika
• Platz 5: Disfrutar (Barcelona, Spanien)
• Platz 6: Frantzén (Stockholm, Schweden)
• Platz 7: Maido (Lima, Peru)
• Platz 8: Odette (Singapur) | Bestes Restaurant in Asien
• Platz 9: Pujol (Mexiko-Stadt, Mexiko) | Bestes Restaurant in Nordamerika
• Platz 10: The Chairman (Hongkong) | Höchster Aufsteiger
• Platz 11: Den (Tokio, Japan)
• Platz 12: Steirereck (Wien, Österreich) | Sonderpreis für Bewirtung
• Platz 13: Don Julio (Buenos Aires, Argentinien)
• Platz 14: Mugaritz (San Sebastian, Spanien)
• Platz 15: Lido 84 (Gardone Riviera, Italien) | Höchster Neueinsteiger
• Platz 16: Elkano (Getaria, Spanien)
• Platz 17: A Casa do Porco (São Paulo, Brasilien)
• Platz 18: Piazza Duomo (Alba, Italien)
• Platz 19: Narisawa (Tokio, Japan)
• Platz 20: DiverXO (Madrid, Spanien)
• Platz 21: Hiša Franko (Kobarid, Slowenien)
• Platz 22: Cosme (New York City)
• Platz 23: Arpège (Paris, Frankreich)
• Platz 24: Septime (Paris, Frankreich)
• Platz 25: White Rabbit (Moskau, Russland)
• Platz 26: Le Calandre (Rubano, Italien)
• Platz 27: Quintonil (Mexiko-Stadt, Mexiko)
• Platz 28: Benu (San Francisco, Kalifornien)
• Platz 29: Reale (Castel di Sangro, Italien)
• Platz 30: Twins Garden (Moskau, Russland)
• Platz 31: Restaurant Tim Raue (Berlin, Deutschland)
• Platz 32: The Clove Club (London, Vereinigtes Königreich)
• Platz 33: Lyle’s (London, Vereinigtes Königreich)
• Platz 34: Burnt Ends (Singapur)
• Platz 35: Ultraviolet (Shanghai, China)
• Platz 36: Hof van Cleve (Kruishoutem, Belgien)
• Platz 37: SingleThread (Healdsburg, Kalifornien)
• Platz 38: Boragó (Santiago, Chile) | Sonderpreis für Nachhaltigkeit
• Platz 39: Florilege (Tokio, Japan)
• Platz 40: Sühring (Bangkok, Thailand)
• Platz 41: Alléno Paris au Pavillon Ledoyen (Paris, Frankreich)
• Platz 42: Belcanto (Lissabon, Portugal)
• Platz 43: Atomix (New York City)
• Platz 44: Le Bernardin (New York City)
• Platz 45: Nobelhart & Schmutzig (Berlin, Deutschland)
• Platz 46: Leo (Bogotá, Kolumbien)
• Platz 47: Maaemo (Oslo, Norwegen)
• Platz 48: Atelier Crenn (San Francisco, Kalifornien)
• Platz 49: Azurmendi (Larrabetzu, Spanien)
• Platz 50: Wolfgat (Paternoster, Südafrika) | Bestes Resturant in Afrika

Kürbisschnitzel

Gegessen im Hofrestaurant „LandWirt“, Groß-Ziethener Weg 2, 16766 Kremmen.

Bereits der Weg zum Restaurant war appetitanregend dekoriert, und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Egal ob mit einem saftigen Stück Fleisch, einem fangfrischen Fisch oder auch bei einem fleischlosen Gericht, schätze ich von jeher regionale und saisonale Speisen. Fleischloses ist ist leider oft fad und fordert meist einen guten Koch. Das hier im „LandWirt“ servierte Kürbisschnitzel bestach durch die Qualität der Zutaten, die zwar einfach aber lecker zubereitet waren, die Stampfkartoffeln waren geschmacklich der Hit. Meine Rückkehr nach Kremmen zur Gänse- und Spargelzeit ist somit vorgemerkt.

Es geht um die Wurst!

Unser vormaliger Häuptling und Wurst-Liebhaber Gerhard Schröder hat sich unlängst sehr verärgert geäußert, nachdem der VW-Konzern, im Rahmen der Fleischlos-Initiative, den mythischen Klassiker „Currywurst“ aus der Werkskantine verbannte. Im wahrsten Sinne der Redewendung geht aber um viel mehr. So äußerte sich der Gesundheits- und Ernährungspsychologe Prof. Dr. Cristoph Klotter von der Hochschule Fulda in einem Interview mit der Welt zur fleischlosen Ernährung, im Besonderen dem ethischen Aspekt des Tierwohls, wie folgt.

Ich persönlich esse eben aus diesem Grund fast nie Fleisch. Ich finde den Trend auch gut, genau darauf zu schauen, was man isst und wo es herkommt. Gerade, wenn man an das Thema Klimawandel denkt, spielt die Ernährung eine große Rolle. Die Frage ist, ob man das wie eine Monstranz vor sich hertragen muss und andere für ihren Fleischkonsum abwertet. Es gibt leider manchmal die Tendenz, dass sozial besser gestellte sich regelrecht über andere Menschen erheben und sich mit Bio-Produkten und veganer Ernährung für moralisch korrekter halten. Hinzu kommt, dass es in dieser Frage auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Oder um es überspitzt zu formulieren: Die Currywurst steht stellvertretend für den alten, weißen Mann.

Diese Meinung teile ich weitesgehend, und möchte alle Food-Dogmatiker auffordern, vor allem dem spalterischen Geschlechterkampf zu entsagen, die oft postulierte bunte Vielfalt doch auch für Andersdenkende zu fordern, und die Umerziehungsinitiativen einzustellen.

Bayrische Surhaxn

Gegessen im Klosterbräustüberl Benediktbeuern, Zeile Weg 2, 83671 Benediktbeuern.

Gelegentlich breche selbst ich mit Traditionen und mache Ausnahmen. Aß ich früher Eisbein ausschließlich bei „Walloschke“, bestelle ich die „Stelzn“ heute auch schon einmal in Altberliner Gaststätten oder wie hier in Benediktbeuern, jeweils nach lokalen Variation zubereitet. Diese Surhaxn war wunderbar zart im Fleisch mit frischer geriebenen Meerrettich anstelle des Mostrichs. Die Soße war fein abgeschmeckt und auch das Sauerkraut war sehr schmackhaft. Die Salzkartoffeln waren in Ordnung, ich hatte allerdings auf Kartoffelknödel gehofft. Trotz der übersichtlichen Portion, alles in allem ein leckeres Gericht, das ich sehr genoß. Die Abteilung feste Nahrung war also im Soll.
Das Bier allerdings, ein normalerweise sehr süffiges Helles Münchner Spaten, war „ernüchternd“. Es kommt eigentlich nie vor, daß ich mein Bier nicht austrinke, meist bestelle ich nach. Das hier ausgeschenkte Gebräu, eine schale Plörre, brachte ich sogar gleich vor Ort weg. Die sehr „humorige“ Gestaltung des Pissoirs, immerhin in einem Klosterbräustüberl, war dann auch das letzte Indiz für touristische Massengastronomie. Echt schade. Übrigens, ich hielt mich nicht an die doch sehr sparwitzigen Vorgaben.