Sommerende am Müggelsee

Welch grandioser letzter Sommertag. Die ältere Dame auf dem Müggelturm ließ sich vernehmen, sie als Urberlinerin hätte noch nie eine so gute Aussicht genossen, von hier zum etwa 20 Kilometer entfernten, am heutigen Tag zum Greifen nahen Fernsehturm in Berlins Mitte. Nördlich blickend erstreckte sich der Müggelsee in seiner ganzen Breite.Nach dem Abstieg über 126 Stufen und knapp anderthalb Kilometern Fußweg vom Berg zum See, ein letztes Mal in diesem Sommer eine kühle Molle im Rübezahl-Biergaten. Das großartige Panorama machte schon jetzt Lust auf die Segelsaison 2023.

Sauerkrautsuppe

Gegessen in der „Schwarzen Pumpe“, Choriner Str. 76, 10119 Berlin.

Als ich heute nach jahrelanger Abstinenz erwartungsvoll ins wiedereröffnete Lentz schusselte, mußte ich dort leider feststellen, daß die Küche erst irgendwann im September öffnet. Also zurück Richtung Pankow, um mich auf dem Weg dorthin in der „Schwarzen Pumpe“ vom Tagesgericht überraschen zulassen. Übrigens, das erste Mal, daß ich eine Sauerkrautsuppe aß. Das Gericht, simpel in der Zubereitung, war sehr lecker, leicht und sättigend zugleich. Die Schwarze Pumpe entwickelt sich für mich mehr und mehr zu einem Ort freudiger kulinarischer Überraschungen.

Zurück am alten Platz

Ob politische Ikonoklasten, die das Ding am liebsten zerschroten oder verbannen würden, kotzen müssen, oder ob Investoren, angesichts der Profitmöglichkeiten in einer so exponierten Lage, feuchte Träume bekommen, ist völlig egal. Es spielt auch nicht die geringste Rolle, wie man politisch zu Marx und Engels steht, und ob man das Marx-Engels-Forum deshalb als Denkmal oder Mahnmal begreift. Das Forum ist schlichtweg ein Symbol deutscher Geschichte, und mußte, genau deswegen, zurück an seinen alten Platz!

Auf ein Neues

Ich werde in den nächsten Tagen einmal vorbeischauen und austesten, ob das Chilli con Carne immer noch so schmackhaft ist wie früher, und natürlich auch, wie die Preise sich zur Neueröffnung entwickelt haben. Auf jeden Fall freue ich mich, daß meine traditionelle Anlaufstation am Stutti wieder lebt.

Die letzten Tage der Menschheit 2.0

Die Kraussche Tragödie ist leider brandaktuell, und es ist erschreckend, wie sehr die Protagonisten im Ersten Weltkieg den heutigen ähneln. Ich nahm auch in diesem Jahr wieder die Gelegenheit wahr, Paulus Mankers faszinierende Inszenierung in der Belgienhalle in Berlin zu sehen, oder besser gesagt an ihr teilzunehmen. Das bot mir die Chance, nebst neuer, auch die Szenen zu sehen, die ich im letzten Jahr, aufgrund der Parallelität der Aufführungen, verpaßte. Das 220 Szenen umfassende Bühnenstück bietet zudem auch weiterhin die Möglichkeit der erneuten Auswahl und Kombination der unglaublichen Anzahl von 75 gezeigten Aufzügen. Einfach nur fantastisch, und bei nächster Gelegenheit, vielleicht auch an einem anderen Spielort, bin ich wieder dabei.

Bulette mit Kartoffelsalat

Gegessen bei Diener Tattersall, Grolmanstraße 7, 10623 Berlin.

Nachdem ich mich, als vormals passionierter Kneipen- und Restaurantbesucher, in den letzten zwei Jahren Corona-Pandemie wirklich zurückgehalten habe, mußte ich jüngst leider feststellen, daß nicht nur durch zahlreiche, unter anderem insolvenzbedingte, Schließungen in der Gastronomie, sondern auch durch die neuen kulinarischen Gewohnheiten der jüngeren Generation und deren preferiertes Bestell- und Liefergebaren, das altdeutsche Kneipenfutter nur noch sehr selten angeboten wird. Ist die Zeit der Hungertürme, der Soleier und Schmalzbrote schon seit Dekaden Geschichte, bedeuten inzwischen auch typische deutsche Kleingerichte einen echten Nostalgietrip. Hier, im Diener Tattersall, rühmt man sich der besten Berliner Buletten, was immer das auch heißen mag. Ich sage mal durchaus schmackhaft, genau wie der Kartoffelsalat. Auf jeden Fall eine große Freude, daß außer dem inzwischen üblichen Hipster- und Youngster-Food auch noch solche Klassiker angeboten werden.

Chili con Carne

Gegessen in der „Schwarzen Pumpe“, Choriner Straße 76, 10119 Berlin.

Gefühlt seit Urzeiten, habe ich dieses frühere Holzkneipen-Kultgericht nicht mehr gegessen. Ein echter Klassiker und hier auch noch lecker und zu einem unschlagbaren Preis angeboten. Das einfache Rezept: Die Zutaten Rinderhack, Zwiebeln, Knoblauch, Paprikaschoten und Tomaten werden nach dem Anschwitzen für eine dreiviertel Stunde in einer Brühe eingekocht. Von Beginn an mit dem Feuer (Cayennepfeffer, Chilipulver, Paprikapulver), Pfeffer und Salz und etwas Zucker würzen. Gegen Ende der Garzeit Kindneybohnen und Mais aus der Dose hinzufügen und kurze Zeit mitkochen. Serviert mit Baguette oder ähnlichem und für die Härtergesottenen vielleicht noch etwas Tabasco, rettete dieses deftige Gericht in manch durchzechter Nacht oft „den Tag danach“. Nach dem erneuten Aufwärmen, wird das Chili in der Regel sogar noch schmackhafter. Der nostalgische Beigeschmack, Zurückversetzung in die 70er Jahre.