Kürbisschnitzel

Gegessen im Hofrestaurant „LandWirt“, Groß-Ziethener Weg 2, 16766 Kremmen.

Bereits der Weg zum Restaurant war appetitanregend dekoriert, und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Egal ob mit einem saftigen Stück Fleisch, einem fangfrischen Fisch oder auch bei einem fleischlosen Gericht, schätze ich von jeher regionale und saisonale Speisen. Fleischloses ist ist leider oft fad und fordert meist einen guten Koch. Das hier im „LandWirt“ servierte Kürbisschnitzel bestach durch die Qualität der Zutaten, die zwar einfach aber lecker zubereitet waren, die Stampfkartoffeln waren geschmacklich der Hit. Meine Rückkehr nach Kremmen zur Gänse- und Spargelzeit ist somit vorgemerkt.

Die Stützen der Gesellschaft

Bei meinem gestrigen Besuch der wiedereröffneten Neuen Nationalgalerie bekam ich nach langer Zeit wieder eines meiner All-Time-Lieblingsbilder zu sehen. Das von George Grosz, in Anspielung auf Ibsens Drama, im Jahr 1926 gemalte „Die Stützen der Gesellschaft“, das zornig mit beißendem Spott die damaligen politischen Verhältnisse zum Ausdruck brachte, half Grosz vermutlich nur diese schmerzvolle Realität zu verarbeiten. Wie die Geschichte später zeigte, konnte das Gemälde der breiten Masse nicht zur Warnung gereichen. Bild und Textafel im Untergeschoss der Neuen Nationalgalerie.

Die ehemalige „Mokke“

In der Mokka-Milch-Eisbar hat sie mich geseh’n,
In der Mokka-Milch-Eisbar, da ist es gescheh’n.
In der Mokka-Milch-Eisbar hat sie mich geseh’n,
In der Mokka-Milch-Eisbar, da ist es gescheh’n.

Als sie bei einem Honig-Flip saß
Und mich mit großen Augen maß,
Ihr Lächeln schwebt her,
Wenn die Neugier nicht wär‘.

In der Mokka-Milch-Eisbar hat sie mich geseh’n,
In der Mokka-Milch-Eisbar, da ist es gescheh’n.
In der Mokka-Milch-Eisbar hat sie mich geseh’n,
In der Mokka-Milch-Eisbar, da ist es gescheh’n.

Als ich bei einem Türkischen saß
Und irgendwie das Trinken vergaß,
Und ich streich‘ mir das Kinn
Und mein Lächeln schwebt hin.

In der Mokka-Milch-Eisbar hat sie mich geseh’n,
In die Mokka-Milch-Eisbar muss man mitternachts geh’n.

Ich zahl‘ – sie zahlt,
Ich geh‘ – sie geht,
Beide gehen wir
Bis zu ihrer Tür.

In der Mokka-Milch-Eisbar hat sie mich geseh’n,
In der Mokka-Milch-Eisbar, da ist es gescheh’n.
In der Mokka-Milch-Eisbar hat sie mich geseh’n,
In der Mokka-Milch-Eisbar, da ist es gescheh’n.

Mokka-Milch-Eisbar, Mokka-Milch-Eisbar,
Mokka-Milch-Eisbar, Mokka-Milch-Eisbar.

Text: Thomas Natschinski & Gruppe

Die Langenscheidtbrücke

„Als ich bergauf ging und aus dem Talnebel in die Sonne kam
Das Feuer am Rand der Viehweide
Die Kartoffeln in der Asche
Das Bootshaus weit draußen im See
Das Kreuz des Südens
Der Ferne Osten
Der hohe Norden
Der Wilde Westen
Der Große Bärensee
Die Insel Trista da Cunha
Das Delta des Mississippi
Stromboli
Die alten Häuser Charlottenburgs
Albert Camus
Das Morgenlicht
Das Augenpaar des Kindes
Das Schwimmen unterm Wasserfall
Die Flecken der ersten Tropfen des Regens
Die Sonne
Das Brot und der Wein
Der Hüpfschritt
Das Osterfest
Die Adern de Blätter
Das wehende Gras
Die Farben der Steine
Die Kiesel auf dem Grund des Bachbetts
Das weiße Tischtuch im freien
Der Traum von dem Haus im Haus
Der schlafende Nächste im Nebenraum
Die Ruhe de Sonntags
Der Horrizont
Der Lichtschein vom Zimmer im Garten
Das Nachtflugzeug
Das freihändige Radfahren
Die schöne Unbekannte
Mein Vater
Meine Mutter
Meine Frau
Mein Kind“

 

Aus der Brückenszene des Wim Wenders Films „Der Himmel über Berlin“  Text: Peter Handke

Erster Eindruck, schön geworden

Nach achtjähriger Bauzeit und mehrfachen Verzögerungen fand am 20 Juli 2021 die feierliche Eröffnung des Humboldt-Forums statt, nachdem es am 16. Dezember 2020 wegen der Corona-Pandemie zunächst nur digital eröffnet wurde. Dieses neue Zentrum für Kultur, Kunst und Wissenschaft gilt mit den geschätzten Baukosten von 680 Millionen Euro derzeit international als eines der ambitioniertesten Kulturprojekte. In den ersten 100 Tagen haben Besucher die Möglichkeit das Humboldt-Forum kostenfrei kennenzulernen, müssen sich aber zur Zeit für einige Ausstellungen rechtzeitig ein Zeitfenster-Ticket reservieren. Für die Ausstellung „Videopanorama – Geschichte des Ortes“ und den Skulpturensaal benötigte ich keine Reservierung. Das Zeitfenster-Ticket für den Schloßkeller bekam ich an diesem Morgen problemlos an der Kasse in der Agora.
Alle drei Ausstellungen waren sehr sehenswert und informativ.

Die letzten Tage der Menschheit

Es fällt mir schwer, das in der Spandauer Belgienhalle Erlebte in Worte zu fassen. Paulus Mankers Inszenierung des Krausschen Dramas „Die letzten Tage der Menschheit“ sprengt den Rahmen all dessen, was ich jemals auf einer Bühne sah. Als Publikum, und somit gleichzeitig Akteur des Spektakels, brauchte man einen langen Atem, denn das siebeneinhalbstündige Stück, bei dem zwar „nur“ 75 der ursprünglich 220 Szenen, teilweise zeitgleich, aufgeführt wurden, war wirklich erschöpfend und überwältigend. In vielen Medien und dem Feuilleton wurde schon lang und ausführlich über diese großartige Produktion berichtet, und ich würde hier deshalb gerne nur einige meiner Impressionen des gestrigen Abends in Form von Fotos einstellen. Um wegen des Urheberrechts keinen auf die Birne zu bekommen, holte ich das Einverständnis dafür von Paulus Manker ein. Auch dafür noch einmal vielen Dank!