Es geht um die Wurst!

Unser vormaliger Häuptling und Wurst-Liebhaber Gerhard Schröder hat sich unlängst sehr verärgert geäußert, nachdem der VW-Konzern, im Rahmen der Fleischlos-Initiative, den mythischen Klassiker „Currywurst“ aus der Werkskantine verbannte. Im wahrsten Sinne der Redewendung geht aber um viel mehr. So äußerte sich der Gesundheits- und Ernährungspsychologe Prof. Dr. Cristoph Klotter von der Hochschule Fulda in einem Interview mit der Welt zur fleischlosen Ernährung, im Besonderen dem ethischen Aspekt des Tierwohls, wie folgt.

Ich persönlich esse eben aus diesem Grund fast nie Fleisch. Ich finde den Trend auch gut, genau darauf zu schauen, was man isst und wo es herkommt. Gerade, wenn man an das Thema Klimawandel denkt, spielt die Ernährung eine große Rolle. Die Frage ist, ob man das wie eine Monstranz vor sich hertragen muss und andere für ihren Fleischkonsum abwertet. Es gibt leider manchmal die Tendenz, dass sozial besser gestellte sich regelrecht über andere Menschen erheben und sich mit Bio-Produkten und veganer Ernährung für moralisch korrekter halten. Hinzu kommt, dass es in dieser Frage auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Oder um es überspitzt zu formulieren: Die Currywurst steht stellvertretend für den alten, weißen Mann.

Diese Meinung teile ich weitesgehend, und möchte alle Food-Dogmatiker auffordern, vor allem dem spalterischen Geschlechterkampf zu entsagen, die oft postulierte bunte Vielfalt doch auch für Andersdenkende zu fordern, und die Umerziehungsinitiativen einzustellen.

Blaubeerkuchen im Café Sibylle

Gegessen im Café Sibylle, Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin

Eigentlich habe ich weder einen süßen Zahn noch bin ich der Sproß einer „Kuchenfamilie“. Ich wundere mich also selbst, weshalb ich gelegentlich Appetit auf süße Backwaren habe, und das dann meist auch noch in Berlin. Es muß wohl irgendwie mit der Umgebung zusammenhängen. Anscheinend triggert sowohl die Repräsentationsarchitektur des mondänen Sozialistischen Klassizismus als auch der kalten funktionalistischen Moderne mein kontrastierendes Bedürfnis nach warmer Heimeligkeit, die ich, mir bisher unbewußt, mit Gebäck verbinde. Dabei habe ich dann auch noch ein wirklich glückliches Händchen. Der Blaubeerkuchen war geschmacklich ein Eins plus, ohne Klimbim, einfach und lecker. Das Ambiente im Café Sibylle würde ich auch als „durchaus interessant“ beschreiben.