Wilfried Behres „Eisenmann“

In Hannover, am Rande eines großen Bauprojekts, steht, weitgehend unbeachtet ins Abseits gedrängt, aus dem Gleichgewicht gebracht, zugemüllt und überwuchert, Wilfried Behres anscheinend entsorgte Skulptur “Eisenmann“ aus dem Jahre 1986. Eine Allegorie für den Aufbruch in eine neue, „bessere?“ Zeit.

Oehlen/Dunham – Bäume/Trees

Egal ob Schatten spendend, vor Regen schützend, mit frischem Grün die kalte, dunkle Jahreszeit beendend, Früchte tragend, ob als Lebensraum für Tiere oder einfach nur in ihrer funktional harmonischen Gestalt schön anzusehen… seit frühester Kindheit liebte ich Bäume über alles, und sie blieben für mich bis heute unvergleichlich wertvolle Schätze. Allein deshalb war der Besuch dieser so betitelten Ausstellung für mich ein Muß, obwohl es im Grunde nicht wirklich um Bäume geht. Vielmehr improvisieren die beiden Künstler Albert Oehlen und Carroll Dunham mit ihren individuellen Farb- und Formensprachen rund um das Thema Baum, wobei gerade die radikal unterschiedlichen Darstellungsweisen die Spannung dieser Gegenüberstellung ausmacht. Diese empfehlenswerte Ausstellung ist noch bis zum 18. Oktober 2020 im Sprengel Museum Hannover zu sehen.

Verschwundene Mauern

Wie oben auf einem unscharfen Filmausschnitt vom Altstadtfest 1975 dokumentiert ist, begann die künstlerische Brandmauerbemalung in Hannover anscheinend schon relativ früh in den 70er Jahren. Diese beiden, von mir Anfang der 80er Jahre auf einem Trümmergrundstücks im Bereich des heutigen Holzmarkts fotografierten rein grafisch gestalteten Hauswände, sind allerdings inzwischen seit langer Zeit hinter Neubauten verschwunden. Eine dritte Mauer, vermutlich desselben, mir nicht bekannten Künstlers, befand sich damals in der Leinstraße, in Richtung Neues Rathaus. Ob diese Kunstwerke endgültig zerstört sind, oder vielleicht wieder zum Vorschein kommen könnten, wie das gelegentlich bei schöner alter Werbemalerei der Fall, vermag ich nicht zu sagen. Es ist jedoch kaum vorstellbar, daß das 1983 am Holzmarkt rekonstruierte Leibniz-Haus jemals willentlich abgrissen wird. Allerdings, in der heutigen Zeit sagt man besser niemals nie!

Hola Utopia 2020

Vom 24.-28. August 2020 fand in Hannover das“ Hola Utopia Mural Festival“ statt. Auf sechs vorher im Stadtgebiet ausgesucht Häuserfassaden wurden von verschiedene Künstlern Wandbilder zu soziokulturellen Themen zeitgleich ausgeführt. Im Vorfeld dieser Street-Art-Aktion bestand für jedermann die Möglichkeit auf einer Internet-Plattform bei der Konzeption und der Gestaltung der Kunstwerke mitzuwirken. Die Aktion wurde sowohl von der öffentlichen Hand als auch privat gesponsert und soll zukünftig alljährlich stattfinden.

Ben Wagins Weltenbaum

Als ich vor 40 Jahren diese farbig gestaltete Brandmauer fotografierte, hatte Ben Wagins „Weltenbaum“ an der S-Bahn Station Tiergarten, der als das erste Berliner Mural gilt, bereits fünf Jahre auf dem Buckel. Einige Jahrzehnte später waren die Farben des 1975 entstandenen Wandbildes dann verblaßt und teilweise abgeblättert, und zudem war die Brandmauer des Hauses Siegmunds Hof 21 von respektlosen Sprayern getagged und zugeschmiert. Ende des Jahres 2017 verschwanden die unansehnlichen Überbleibsel des „Weltenbaums“ langsam und endgültig hinter einem neuen Bürogebäude, das auf dem bis dahin brachliegenden Grundstück, an der Ecke Wegelystraße/Bachstraße errichtet wurde. Bei Einigen war die Wertschätzung des historischen Wandbildes offenbar ungebrochen, und so ließ eine Gruppe junger Streetart-Künstler den Weltenbaum im Rahmen eines Wandmalerei-Festes zu Pfingsten 2018 auf einer Hausfassade in Moabit an der Lehrter Straße 27–30 neu erstehen.

Street Art Linden-Süd

You know the day destroys the night
Night divides the day
Tried to run
Tried to hide
Break on through to the other side
Break on through to the other side
Break on through to the other side

We chased our pleasures here
Dug our treasures there
But can you still recall
Time we cried?
Break on through to the other side
Break on through to the other side

Everybody loves my baby
Everybody loves my baby

She get high, she get high, she get high
She get high

I found an island in your arms
Country in your eyes
Arms that chained us
Eyes that lied
Break on through to the other side
Break on through to the other side
Break on through

Made the scene, week to week
Day to day, hour to hour
Gate is straight
Deep and wide
Break on through to the other side
Break on through to the other side

Break on through, break on through
Break on through, break on through

Yeah, yeah, yeah, yeah
Yeah, yeah, yeah, yeah
Yeah

Lyrics by Jim Morrison