Die Langenscheidtbrücke

„Als ich bergauf ging und aus dem Talnebel in die Sonne kam
Das Feuer am Rand der Viehweide
Die Kartoffeln in der Asche
Das Bootshaus weit draußen im See
Das Kreuz des Südens
Der Ferne Osten
Der hohe Norden
Der Wilde Westen
Der Große Bärensee
Die Insel Trista da Cunha
Das Delta des Mississippi
Stromboli
Die alten Häuser Charlottenburgs
Albert Camus
Das Morgenlicht
Das Augenpaar des Kindes
Das Schwimmen unterm Wasserfall
Die Flecken der ersten Tropfen des Regens
Die Sonne
Das Brot und der Wein
Der Hüpfschritt
Das Osterfest
Die Adern de Blätter
Das wehende Gras
Die Farben der Steine
Die Kiesel auf dem Grund des Bachbetts
Das weiße Tischtuch im freien
Der Traum von dem Haus im Haus
Der schlafende Nächste im Nebenraum
Die Ruhe de Sonntags
Der Horrizont
Der Lichtschein vom Zimmer im Garten
Das Nachtflugzeug
Das freihändige Radfahren
Die schöne Unbekannte
Mein Vater
Meine Mutter
Meine Frau
Mein Kind“

 

Aus der Brückenszene des Wim Wenders Films „Der Himmel über Berlin“  Text: Peter Handke

Das Ende der Freibadsaison

Ein schöner letzter Schwimmtag im Lister Bad soll zwar noch nicht mein diesjähriges Abschwimmen bedeuten, aber trotzdem möchte ich die Saison schon einmal kurz resümieren. Die Corona-Hygieneregelung hat in diesem Jahr nicht nur reibungslos geklappt, sondern bescherte auch freie Schwimmbahnen, ohne „Querschwimmer“ und Treibholz. Dadurch war das Schwimmen eigentlich genußvoller als jemals zuvor. Auch die Buchung der Zeitfenster lief reibungslos und unkompliziert. In den Sommerferien der Schulen hatten die Schüler freien Eintritt in die hannöverschen Bäder, und so mied ich für einige Wochen das Lister Bad und überließ die Schwimmbecken freiwillig den wirklich arg gebeutelten Kindern und Jugendlichen, was für mich aber vollkommen okay war. Die Schlußrunde, die gestern vor Beginn der Saure-Gurken-Zeit mit einem grandiosen letzten Öffnungstag gekrönt wurde, war dann noch einmal der Hammer, Genußschwimmen pur.Vielleicht geht es bis zum Herbstanfang noch für einige Runden zum Abschwimmen ins Meerwasser, aber ich will dennoch schon einmal den alten Doors-Song anstimmen – allerdings ohne jegliche melancholische Stimmung. Es war trotz aller Unwegsamkeiten ein wirklich schöner Sommer, und der nächste wird hoffentlich noch besser.

Summer’s almost gone
Summer’s almost gone
Almost gone
Yeah, it’s almost gone
Where will we be
When the summer’s gone?
Morning found us calmly unaware
Noon burn gold into our hair
At night, we swim the laughin‘ sea
When summer’s gone
Where will we be?
Where will we be?
Where will we be?
Morning found us calmly unaware
Noon burn gold into our hair
At night, we swim the laughin‘ sea
When summer’s gone
Where will we be?
Summer’s almost gone
Summer’s almost gone
We had some good times
But they’re gone
The winter’s comin‘ on
Summer’s almost gone

Grünspan, Hamburg St Pauli

Mitte der 70er Jahre, die ersten Compañeros hatten irgendwie ihre Führerscheinprüfung bestanden, und woher auch immer, standen unserer Clique ruckzuck irgendwelche Fahrzeuge zur Verfügung. Diese neue Mobilität, gepaart mit unserem Erlebnishunger, ließ uns unsere Wochenendaktivitäten oft ins verheißungsvolle Hamburg verlegen. Meistens ging es in den Grünspan, ein zu einer Diskothek umgebautes altes Kino, in dem wir uns bei absolutem Brett-Sound regelmäßig die Nächte um die Ohren schlugen. Morgens schusselten wir dann oft noch auf den Fischmarkt, und ich weiß übrigens bis heute nicht, was wir dort wollten, denn in der Regel waren wir alle nicht nur komplett pleite, sondern auch komplett platt, und jeder wollte sich eigentlich nur noch ablegen. In besagtem Grünspan waren damals nicht nur Musik- und Lichtanlage State of Art, auch die Akustik der Räumlichkeiten mit satten neun Metern Deckenhöhe und eine irre Lightshow „schockten“. Dazu passend hatte der Laden auch noch diese abgefahren poppige Außenfassade. Der Eingangsbereich in der Großen Freiheit 52 und auch die ca. 70 m lange Außenmauer entlang der Simon-von-Utrecht-Straße wurden bereits im Jahre 1968 von Jürgen Klossowski nach Entwürfen der Pop-Art Künstler Dieter Glasmacher und Werner Nöfer kunstvoll gestaltet, damals eine absolute Sensation. Zu meiner großen Freude existiert dieses frühe Mural, zwar verwittert, teiweise abgeblättert und mit Graffiti getagged, heute immer noch, und weckt bei mir schöne und wertvolle Erinnerungen an mein „Coming of Age“ und das „Alles geht“- Lebensgefühl dieser irren 70er Jahre.

Es geht um die Wurst!

Unser vormaliger Häuptling und Wurst-Liebhaber Gerhard Schröder hat sich unlängst sehr verärgert geäußert, nachdem der VW-Konzern, im Rahmen der Fleischlos-Initiative, den mythischen Klassiker „Currywurst“ aus der Werkskantine verbannte. Im wahrsten Sinne der Redewendung geht aber um viel mehr. So äußerte sich der Gesundheits- und Ernährungspsychologe Prof. Dr. Cristoph Klotter von der Hochschule Fulda in einem Interview mit der Welt zur fleischlosen Ernährung, im Besonderen dem ethischen Aspekt des Tierwohls, wie folgt.

Ich persönlich esse eben aus diesem Grund fast nie Fleisch. Ich finde den Trend auch gut, genau darauf zu schauen, was man isst und wo es herkommt. Gerade, wenn man an das Thema Klimawandel denkt, spielt die Ernährung eine große Rolle. Die Frage ist, ob man das wie eine Monstranz vor sich hertragen muss und andere für ihren Fleischkonsum abwertet. Es gibt leider manchmal die Tendenz, dass sozial besser gestellte sich regelrecht über andere Menschen erheben und sich mit Bio-Produkten und veganer Ernährung für moralisch korrekter halten. Hinzu kommt, dass es in dieser Frage auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Oder um es überspitzt zu formulieren: Die Currywurst steht stellvertretend für den alten, weißen Mann.

Diese Meinung teile ich weitesgehend, und möchte alle Food-Dogmatiker auffordern, vor allem dem spalterischen Geschlechterkampf zu entsagen, die oft postulierte bunte Vielfalt doch auch für Andersdenkende zu fordern, und die Umerziehungsinitiativen einzustellen.

Aegidienkirche 8:15 Uhr

Bei der diesjährigen Feier zum Gedenken an die Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima, am 6. August 1945, übernahm Bürgermeister Thomas Hermann in Gegenwart der Frau Generalkonsulin Kato wieder das Anschlagen der Friedensglocke. Im Anschluß an das Niederlegen der Papierkraniche durch Jugendliche des CVJM, folgte erstmals ein Gesangsbeitrag des Kammerchors Hannover. Wie schon in den Vorjahren, endete die Gedenkfeier mit der würdevollen Teezeremonie der Teemeisterin Frau Nakamoto.

Ran an den Kelch!

Aber gerne doch, bedient euch! Mein 20 Jahre alter, winterharter Rosmarin ist (fast) exklusiv für euch vorgesehen. Die wenigen Zweiglein, die ich mir für den jährlichen Osterbraten stibitze, seien mir vergönnt. Ansonsten gereicht es mir zur großen Freude, euch Wildbienen und Hummeln bei eurer Geschäftigkeit zu beobachten, beeindruckt davon, daß ihr euch, anscheinend auf das Wichtige konzentriert, nicht gegenseitig ins Gehege kommt. Geht doch!