Tschüß „Uns Uwe“

Auf der heutigen im Hamburger Volksparkstadion ausgerichteten Trauerfeier für den am 21. Juli im Alter von 85 Jahren verstorbenen Uwe Seeler, verdrückten sehr viele, der ihm vermutlich zu Lebzeiten völlig unbekannten Trauergäste, eine Träne. Uwe Seeler war mehr als nur der Fußballstar oder der Kapitän und Ehrenspielführer der Deutschen Fußballnationalmannschaft, er war einfach „Uns Uwe“, ein Idol und ein bescheidener und bodenständiger Mensch, den seine Mitmenschen ins Herz geschlossen hatten. Sein Ruhm als gefeierter Fußballer des HSV und der Nationalmannschaft, war in seiner aktiven Zeit, zumal in Deutschland, vielleicht nur vergleichbar mit dem Elvis Presleys, dem der Beatles oder Cassius Clays, änderte aber nichts an seiner nahbaren und freundlichen Art. Gerne erinnere ich mich an unsere Korrespondenz vor ungefähr 50 Jahren, die im übrigen privat bleibt. Er, der gefeierte Weltstar, antwortete mir, dem fußballverrückten Pubertierenden, persönlich auf einen Brief, uneingebildet und auf seine herzliche Art, und katapultierte sich damit als Mensch auch in mein Herz. Und so möchte ich mich nun heute, wie viele andere Menschen, auf diesem Wege vom unvergeßlichen Uwe Seeler verabschieden, mit einem einfachen „Tschüß Uns Uwe“

Alles neu macht der Mai…

macht die Seele frisch und frei. Zumindest was mich betrifft, hat sich Herman Adam von Kamp mit der zweiten Textzeile gründlich vertan. Als wäre die augenblickliche politische Lage in Europa nicht schon brisant genug, müssen unsere politischen Ikonoklasten ausgerechnet jetzt auch noch mit „politisch korrekten“ Namensänderungen nerven. Kommt mir irgendwie vor, wie wenn man sich im Anblick einer herannahenden Lawine noch einmal wichtig die Haare scheitelt, damit alles seine Ordnung hat. Selbst wenn, wie bei dem folgenden Beispiel der neue Name vermutlich zutreffender ist, ist der Grund und der Zeitpunkt der Änderung komplett bescheuert gewählt. Diese scheinbare Petitesse, steht leider sinnbildlich für eine Haltung und eine groteske Symbolpolitik, die, Bekenntnisse fordernd, Trennendes kultiviert und schuld- statt lösungsorientiert handelt. Der zuverlässigste und schnellste Weg zurück ins Mittelalter. Wacht endlich auf!