Sommerende am Müggelsee

Welch grandioser letzter Sommertag. Die ältere Dame auf dem Müggelturm ließ sich vernehmen, sie als Urberlinerin hätte noch nie eine so gute Aussicht genossen, von hier zum etwa 20 Kilometer entfernten, am heutigen Tag zum Greifen nahen Fernsehturm in Berlins Mitte. Nördlich blickend erstreckte sich der Müggelsee in seiner ganzen Breite.Nach dem Abstieg über 126 Stufen und knapp anderthalb Kilometern Fußweg vom Berg zum See, ein letztes Mal in diesem Sommer eine kühle Molle im Rübezahl-Biergaten. Das großartige Panorama machte schon jetzt Lust auf die Segelsaison 2023.

Von der Rappbodetalsperre nach Treseburg

Eine kurze Wanderung mit beindruckenden Bauwerken gleich zu Beginn. Parallel zur Staumauer der Rappbodetalsperre, mit einer Kronenhöhe von 106 m die höchste Deutschlands, verläuft mit der Titan RT, die weltlängste Seilhängebrücke in ihrer Art. Adrenalinjunkies haben auch die Möglichkeit mit einer 1 Km langen Seilrutsche das Tal zu überqueren, liebt man den Nervenkitzel und möchte dafür 39 € anlegen. Ich nahm allerdings den kostenlosen Weg über die Staumauer, mit einem tollen Blick auf die aufgestaute Rappbode. Auf der anderen Talseite angekommen, ging es nach kurzem Weg über die Staumauer Wendefurth, und danach durch schöne schattige Mischwälder zum Gasthaus Todtenrode, das zu einer Rast mit leckeren Speisen einlud. Mit eigenen Proviant ausgestattet, wanderte ich weiter zum nicht sehr weit entfernten Aussichtspunkt „Böser Kleef“, wo ich mich bei einem schönen Bodeblick kulinarisch gütlich tat. So gestärkt, macht ich mich auf zum Aussichtspunkt „Wilhelmsblick“, den man durch den bekannten, im Jahre 1861 angelegten Durchbruch erreicht. Nach kurzem Aufenthalt begann ich von dort den Abstieg nach Treseburg, dem Ziel dieser kurzen Wanderung. Eine Fortsetzung durch das wunderschöne Bodetal nach Thale bot sich zwar an, war aber an diesem Tag zeitlich nicht möglich.

Benzingerode nach Wernigerode

Der knackige Aufstieg auf den Stapenberg zog sich unerwartet lange hin. Der Grund war keinesweg der steile Anstieg oder die Außentemperatur, sonden die mit Unmengen an reifen, aromatischen Früchten behangenen Himbeersträucher entlang des Weges, denen ich einfach nicht widerstehen konnte. Vor dieser Wanderung führten mich zunächst ein Abstecher zum „Hamburger Wappen“ nach Timmenrode und anschließend zur Ruine Altenburg bei Heimburg. In der Ruine Altenburg wurde ich vorab schon einmal mit leicht erreichbaren, dicken Sauerkirschen verwöhnt, mit denen mich der dortige Kischbaum lockte. So wird die Geschwingigkeit meiner Wanderungen zunehmend geringer, und es ist leicht erahnbar, wie sich das alles erst zum Beginn der Pilzzeit auswirken wird.

Die Stolberg-Tour

Auf dem Weg zum Ausgangsort dieser Wanderung machte ich Halt in Uftrungen, von wo aus ich zur imposanten Reesberger Doline wanderte. Die eindrucksvolle Karsthöhle in Heimkehle, die nur im Rahmen geführter Besichtigungen begangen werden kann, mußte ich leider auslassen. Um an diesem sehr warmen Tag die größeren Strapazen möglichst schnell hinter mich zu bringen, machte ich mich dann nach meiner Ankunft in Stolberg zunächst an den schweißtreibenden Aufstieg zur Lutherbuche, einem bekannten Aussichtspunkt, mit einer tollen Aussicht auf eine pittoreske kleine Ortschaft, die sämtliche Kriege der letzten Jahrhunderte weitestgehend unbeschadet überstanden hat. Der Abstieg verlief meist im Schatten über Serpentinen, und so gelangte ich gut erholt in die Thomas Müntzer Stadt. Von der Ortsmitte führt ein ausgewiesener Weg stetig ansteigend über ca. 300 Höhenmeter auf die Josephshöhe. Dort erwartet einen, neben dem großen Doppelkreuz, normalerweise eine deftige Stärkung im Bergstüb‘l. Die Gastronomie hatte bei meiner Ankunft allerdings geschlossen, und so mußte ich auf das dort angepriesene Wildgulasch verzichten und meine Stärkung bis auf später nach meiner Rückkehr in den Ort verschieben, wo ich mich dann kulinarisch gütlich tat. Ein nicht sehr anstrengender Wandertag hinterließ viele interessante Eindrücke und den Wunsch nach Wiederholung.