Es geht um die Wurst!

Unser vormaliger Häuptling und Wurst-Liebhaber Gerhard Schröder hat sich unlängst sehr verärgert geäußert, nachdem der VW-Konzern, im Rahmen der Fleischlos-Initiative, den mythischen Klassiker „Currywurst“ aus der Werkskantine verbannte. Im wahrsten Sinne der Redewendung geht aber um viel mehr. So äußerte sich der Gesundheits- und Ernährungspsychologe Prof. Dr. Cristoph Klotter von der Hochschule Fulda in einem Interview mit der Welt zur fleischlosen Ernährung, im Besonderen dem ethischen Aspekt des Tierwohls, wie folgt.

Ich persönlich esse eben aus diesem Grund fast nie Fleisch. Ich finde den Trend auch gut, genau darauf zu schauen, was man isst und wo es herkommt. Gerade, wenn man an das Thema Klimawandel denkt, spielt die Ernährung eine große Rolle. Die Frage ist, ob man das wie eine Monstranz vor sich hertragen muss und andere für ihren Fleischkonsum abwertet. Es gibt leider manchmal die Tendenz, dass sozial besser gestellte sich regelrecht über andere Menschen erheben und sich mit Bio-Produkten und veganer Ernährung für moralisch korrekter halten. Hinzu kommt, dass es in dieser Frage auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Oder um es überspitzt zu formulieren: Die Currywurst steht stellvertretend für den alten, weißen Mann.

Diese Meinung teile ich weitesgehend, und möchte alle Food-Dogmatiker auffordern, vor allem dem spalterischen Geschlechterkampf zu entsagen, die oft postulierte bunte Vielfalt doch auch für Andersdenkende zu fordern, und die Umerziehungsinitiativen einzustellen.