Vergangen, …nicht vergessen!

Barcelona


Das Pollo Rico war ein echtes El Raval Barrio-Restaurant, das man als Tourist nicht unbeding betrat. Laut und leicht schmuddelig mit einem Angebot an authentischer und schmackhafter Küche. Angelockt durch die Brathähnchen, geriet ich da irgendwann einmal hinein, nachdem ich ebenfalls in der Carrer de San Pau gelegenen „Bar Marsella“ einige Absinth gekippt hatte und dringend etwas essen mußte. Leider schloß der Laden am 29. August 2017 nach 54 Jahren seine Pforten. Ein echter Verlust.

Berkeley CA

Was für ein irrer Laden! Die Pork slabs waren einzigartig. Der absolut beste BBQ Joint in der gesamten Bay Area.

Berlin


Buletten, Schultheiss & Schwof und eine absolut relaxte Atmoshäre. Leider war hier am 31.12.2019 nach 106 Jahren Schluß. Ein unglaublicher Verlust für mich und für Berlin.
Der legendäre Dschungel war ab Mitte 1980 bis Mitte 1982 mein Nacht-Hangout in Berlin. Berliner und internationale Szene, Stars, Promis, Kreative und „Wichtige“ gaben hier ihr Stelldichein, und der Kick war einfach dazuzugehören. In der Nachbetrachtung muß ich allerdings einräumen, daß im Dschungel eigentlich nichts Interessantes ablief. Hier war Coolness angesagt, und die Gäste wirkten meist gelangweilt und arrogant. Die Musik war mittelmäßig, die Drinks relativ teuer und der Laden einfach irgendwie elitär. Einige Paradiesvögel und Exoten brachten ab und an ein bißchen Leben in die Kiste, aber eigentlich ist Spaß etwas anderes. Egal, mir gefiel das damals und alles in allem war der Schuppen aus heutiger Sicht wichtig für meine weitere Entwicklung.
KULTur Hotel mit einzigartiger Geschichte, das leider im Jahr 2013 schließen mußte.
Oliviers ausgesuchte Weine, sorgten schon einmal für längere Sessions auf der Terasse. Über die Speisen gab es nichts weiter zu sagen, die waren wie eh und je fantastisch.
Im Hardtke in der Meinekestraße verkehrte ich in den 90ern. Hier wurde deftig gespeist und heftig gezecht. Ein rustikaler Laden mit der Spezialität „Eisbein, Molle und Kümmel“. Wie ich später hörte war hier Anfang der 2000er Jahre leider Schluß.
Hier gewöhnte ich mir wegen der dünnwandigen Milchschalen an meinen „Café au Lait“ lauwarm zu trinken. Das Camarillo war einer der vielen Läden, die mein Kumpel Dierk wöchentlich auf meine Agenda setzte, so daß ich mir zeitweise vorkam, wie Nicolas Mallet in Michel Devilles „Le mouton enragé“. Ein typisches Neon-Café der 80er Jahre.
Kurz und sachlich wie das Ambiente. Ins Mogg & Melzer, in der ehemaligen jüdischen Mädchenschule, ging ich, wenn es mich nach einem Pastrami-Sandwich gelüstete. Irgendwann im Laufe des Jahres 2015 hat sich wohl Oskar Melzer ausgeklinkt, und bei meinem letzten Besuch, Ende des Jahres, waren die Preise gestiegen, und die Qualität der Pastrami-Sandwiches war schlecht. Schade, aber der Laden, inzwischen nur noch „Mogg“ genannt, existert zwar noch, ist aber ersatzlos von meiner Empfehlungsliste gestrichen.
Der Zwiebelfisch existierte schon ewig und drei Tage, und war für mich, wenn ich in Charlottenburg abstieg, oft letzte Anlaufstationen manch nächtlicher Kneipentour. Hier gab es immer noch einen kleinen Happen zwischen die Zähne, und selbst wenn die Küche schon dicht war, hatte man Mitleid und rettete meinem nächsten Tag mit einer Portion Chilli con Carne. Diese Berliner Institution wurde offenbar in der Nacht zum 20. März 2020 Opfer eines Brand-Anschlags. Es ist fraglich, ob die Kraft der Volmesrhausers für einen Neuanfang in diesen schwierigen Zeiten reicht, das alte Flair ist in jedem Fall dahin. Was für ein Jammer!
Diese urige Kiezkneipe war, mit der entsprechenden Patina versehen, nichts für militante Nichtraucher! Für mich war dieser Kultladen seit Anfang der 80er Jahre eine meiner Anlaufstation in Charlottenburg
Damals, kurz nach der Eröffnung Anfang der 80er, gehörte ich im Lentz zu den ersten Gästen, und bei späteren Berlin-Aufenthalten verschlug es mich regelmäßig in diesen Laden. Das Publikum rekrutierte sich inzwischen aus scheinintellektuellen, gediegenen Charlottenburgern, die aber wenig Lärm machen, so daß ich, auf meinem früheren Stammplatz oder auf der Terrasse, in aller Ruhe mein „Chili con Carne“ mit einem süffigen Andechser genießen konnte. Die Corona-Pandemie brachte die Insolvenz.
Das „Schwarze“ war für mich eine Charlottenburger Institution.
Kurz nach der Eröffnung 1978 schleppte mich mein Kumpel Dierk hier hinein, und seitdem hatte ich diesen Laden auf meiner Landkarte. Inzwischen ist das Schwarze Café leider dazu übergegangen, sich auf der Webseite des dogmatischen Neusprech-Kauderwelschs zu bedienen. Da mir dieser depperte Dünnsinn ein schwer erträgliches Ärgernis ist, werde ich konsequenterweise das Café zukünftig nicht mehr frequentieren.

Bidart

Irgendwann in den 90ern eröffnete Cathie Lormant die Venta Gaxuxa, die auch aufgrund unserer langen Freundschaft schnell zu meinemm Local Watering Hole wurde. Habe ich dort eigentlich jemals etwas gegessen? Ich glaube nicht, dafür aber mit guten Freunden sehr viele Gläser geleert und die lockere Atmosphäre genossen. Inzwischen hat das Gaxuxa den zweiten Nachbesitzer, und selbst die alten Gäste trifft man dort nicht mehr an. Einer der wenigen verbliebenen Gründe heute im Gaxuxa einzukehren, wäre für mich der Besuch der dort seit den Anfangstagen wacker arbeitenden Sandrine. The-times-they-are-a-changing.

Donostia – San Sebastian

Am Rande der Altstadt Donostias-San Sebastians, unweit der Concha, befand sich das Barandiarán, auf dessen Terasse ich mich regelmäßig einfand. Ob sich der Name auf den baskischen Ethnographen Joxemiel Barandiaran bezog ist mir nicht bekannt, aber auch ich beobachtete, hier von meinen Lieblings-Terassenplatz aus, gerne das Treiben der Passanten und genoß es meinen Gedanken darüber freien Lauf zu lassen. Am 26. Februar 2019 schloß das Barindirán nach über 70 Jahren seine Pforten. Mein letzter Besuch war am 30. August 2018.

Duisburg

Der „Reichsadler“ lag nicht weit entfernt vom Tor 1 des alten Krupp Stahlwerks, Rheinhausen. Hier zischten sich die Kruppianer vor oder nach der Schicht ihre Pilsken, und es gab „Deftiges“ für kleines Geld. War ich in Duisburg, ging es in den Reichsadler. Mehr „Pott“ ging nicht!

East Hampton NY

Mega Sonnenuntergänge bei gut gemixten Drinks. Auch das Essen war genießbar, Clams on the half shell, Steamers, Chowders …
Im Sommer 2019 wurde das Bostwick’s wiedereröffnet, doch für mich ist die alte Atmosphäre leider unwiederbringlich

Essen

Der Bahnhof Süd hatte eigentlich alles, um sich rundherum wohlzufühlen. Innen Frühstücksladen, Restaurant und urige Kneipe mit gelegentlichen Veranstaltungen vom Jazzkonzert bis zum Poetry Slam, außen Terassengastronomie und ein Biergarten. Gute Preise und eine perfekte Anbindung (Bus, Straßenbahn und S-Bahn in allernächster Nähe) machten den Bahnhof Süd zu meinem Stammladen. Sogar ans „Stauder“ hatte ich mich irgendwann gewöhnt. Im Jahre 2017 hatte sich das Konzept endgültig erledig und der Kultladen mußte schließen.
Nach einem Spaziergang am Baldeneysee oder durch den Stadtwald war die Schwarze Lene eine perfekte Einkehr mit Kaffee und Kuchen mit einmaligem Seeblick. Inzwischen wurde daraus ein ein Steakhouse namens Chicago.

Gelnica

Bis einschließlich 2008 stieg ich bei meinen Göllnitz-Aufenthalten gewöhnlich im Runa ab. Oftmals war ich der einzige Gast, und so ist es nicht verwunderlich, daß dann irgendwann Schluß war. Leider ist das vormals schöne Hotel heute verfallen.

Goslar

Für meinen Geschmack gab es bei Hähnchen-Ingo, in Goslar-Jerstedt, das absolut beste Brathähnchen der Republik. Anfang 2014 war leider Schluß, ein nicht zu ersetzender Verlust.

Grömitz

Bei jedem Grömitz- Aufenthalt war eine Einkehr in Nickel’s Milchbar Tradition. Kurz hineingeschneit und einen Milchreis mit Zimt und Zucker verdrückt, ansonsten war der Aufenthalt nicht perfekt. Nach dem Besitzerwechsel zum Saisonbeginn April 2017 wurde auch italienische Küche angeboten und der Name lautete „Restaurant MAGU-BLUE-Nickel’s Milchbar“. Anscheinend zog dieses neue Konzept nicht, denn seit April 2018 befindet sich in den alten Räumlichkeiten das neu eröffnete Münchner Hofbräuhaus. Schade!

Guéthary

Die „Surf Hut“ in Guethary – mindestens so ungewöhnlich wie die Inhaber Mike und Susan, die es bei Susans Tod im Jahr 2015 immerhin auf drei gemeinsame Ehen und Scheidungen gebracht hatten! In einem alten, typischen Stationsvorsteherhäuschen zwischen Tiki-Figuren und signierten Surfbrettern schob man sich, neben internationalen Surf-Stars stehend, einen Burrito rein (ich hatte hier gewöhnlich eher Drinks). Mike McNeils alter North Shore Buddy Jeff Hakman oder sein Kumpel, Surflegende Micki „da cat“ Dora, aber auch Peyo Lizarazu und Kelly Slater hingen hier ab, nachdem sie sich mit „Parlementia“ amüsiert hatten. Es herrschte eine relaxte, amerikanisch-coole Atmosphäre – und das mitten im Baskenland!

Hamburg

Im Madhouse ließ es Axel Rump Ende der 70er mächtig krachen. Hier und im „Nach Acht“ hing ich oft mit meinem Kumpel Lupo ab, der Anfang der 80er in beiden Läden auflegte. Am 7. Oktober 2000 geschlossen.
Diese alte Werbung ist wirklich Schnee von gestern. Ich weiß nicht wann das Golem seine Tore schloß, aber in den 90er Jahren verbrachte ich dort manche sehr feucht fröhliche Nacht, die auch des öfteren in Holgers Wohnung über dem Laden endete. Die neue Szenerie am Schulterblatt ist eine völlig andere, für mich wenig anziehende Welt.
Das „La Sepia“ war in Hamburg immer mein Lieblingsportugiese, mit guten Fischgerichten und einer urigen und gemütlichen Atmosphäre. Im Jahr 2013 machte der Laden dicht und zog einge 100 Meter weiter, vom „Schulterblatt 36“ zum „Neuen Pferdemarkt 16“. Es steht zu befürchten,daß die Atmosphäre jetzt eher dem neuen „St.Pauli Nord Publikum“ gerecht wird.
Im „La Rioja“ habe ich früher oft fürstlich getafelt. Wie der Name versprach, gab es hier ausgesuchte Weine in ausreichender Menge. Meine Wohnung war zum Glück fußläufig erreichbar.
Pasta, Pizze und besten Vino und dazu italienische Arien. Eigentlich war Gino Carone einer der Pioniere der Erlebnisgastonomie, bevor die Nachahmer in den 90er Jahren richtig durchstarteten. Das Essen war schmackhaft, bei leicht gehobenen Preisen. Im Jahr 2005 wurde die Halle abgerissen, und eigentlich wollte Gino nach drei Jahren Pause noch einmal gastronomisch angreifen.

Hannover

Das Casa war Kult! Als Plinky den Laden im Jahre 1978 eröffnete, war das damals der absolute Kracher. Unter Bodos Regie, war das Casa über Jahrzehnte einzigartig – genau wie „der Mann ohne Socken“ selbst. Mit dem Sylvesterfrühschoppen 2015 schloß das Casa Blanca für immer seine Tür. Das Ende einer Ära, ein unersetzbarer Verlust für Hannover und auch für mich persönlich.
Anfang der Achtziger Jahre war das Sugar mein Stamm-Nachtladen in Hannover, in dem ich von Mitte ’82 bis Mitte ’83 praktisch wohnte! Hier arbeiteten die meisten meiner damaligen Freunde, und es herrschte eine wahnsinnig familiäre Atmosphäre. Damals kannte ich noch nicht einmal jemanden, der hier für seine Drinks bezahlte. Deshalb noch nachträglich vielen Dank an A.P.!
Das Pasta war legendär und irgendwie der „Familienwohnsitz“ der Hannover-Szene. Seit September 1993 geschlossen. Tom Hirschberg wurde über Jahre hinweg von vielen angefeindet, viele krochen ihm auch in den Arsch. In der Nachbetrachtung muß man einfach eingestehen, daß Tarzan-Thomas mit dem Pasta einen wirklich einmaligen Laden schuf und über lange Zeit betrieb, der mit seiner Durchmischung an Gästen wirklich eine ganz neue Szene schuf. In dieser Preislage absolut unerreicht!
Obwohl der Inhaber Ekkehard Reimann über Jahrzehnte ein guter Bekannter von mir war, ging ich nur sehr selten zum Essen ins Clichy. Vormals mit einem Michelin Stern ausgezeichnet, traf die Küche nicht unbedingt meinen Geschmack und die Atmosphäre war mir zu gediegen. Das Clichy gehörte aber unbedingt zum Gesamtbild des Weißekreuzplatzes. Am 30.April 2018 schloß das Clichy mit einem großen „Austrinken“ seine Türen.
Plinkys Laden war ein Mythos und seiner Zeit weit voraus. Nicht selten endete die Nacht erst um die Mittagszeit des nächsten Tages.
Das „La Gauloise“ war gut 30 Jahre eine hannoversche Institution. Alain
brachte 1976 „Frankreich nach Hannover“ und machte es zum Treffpunkt für Liebhaber von „Café au Lait“ und Croissants und französischer Lebensart. In späteren Jahren war das Gauloise auch Anlaufstation für abgewanderte Szenies auf Heimaturlaub. Bei der Schließung, am 26. August 2006 nachts, verließ ich wehmütig mit Henry das „Gauloise“ als letzter Gast.
Anfang der 70er Jahre eröffnete das legendäre Leine Domicil als ultimative Muckerkneipe in der Nachfolge des „20th Century“. Hier wurden für kleine Eintrittspreise geile Konzerte aller musikalischen Stilrichtungen veranstaltet. Ein nicht unerheblicher Teil der Gäste wurde durch den „Mucker-Rabatt“ angezogen, und die wirklich lustige Bezeichnung „Mucker-Polizei“ hat in diesem Laden ihren Ursprung. Das waren diejenigen Musiker, die nach Konzerten kaum ein gutes Haar an den Auftritten ihrer Kollegen ließen. Leider hatte sich das Domi Mitte der 80er Jahre selbst überlebt und mußte schließen. Noch heute findet in der „Klickmühle“ alljährlich die „Leine Domizil Revival Party“ – das sogenannte „Schlesiertreffen“ – statt, bei der viele Altmucker ihre
nostalgischen Gefühle pflegen.
Nach der Schließung des Leine Domicils Anfang ’86 bis Mitte der 90er Jahre drückte sich hier die deutsche, und, bei Gastspielen, die internationale Rockszene herum und feierte sich gegenseitig. Mit vielen der Jungs war ich damals bereits seit Anfang der 70er befreundet, und konnte vielleicht deshalb den ganzen Zirkus irgendwie nicht ganz ernst nehmen. Das Essen war eigentlich ganz passabel und im Keller gab es auch ab und an ganz gute Gigs. Außerdem war hier der Umschlagplatz für Gäste- und Backstage-Pässe aller erdenklichen Acts – und man ließ sich bei einem Bier auf die Gästeliste setzen. In schlechter Erinnerung bleib mir leider der infernale säuerliche Gestank im Thekenbereich, der irgendwie nicht zu beseitigen war.
Wieder ist ein uriges Kultlokal aus der hannoverschen Gastroszene
verschwunden. Das Rias Baixas, im Jahre 1991 im ehemaligen
Deisterstübchen gegründet, war der erste Laden und somit sozusagen dieKeimzelle der spanischen Restaurants der Familie Comesaña. Der Betrieb lohnte sich anscheined zum Schluß nicht mehr, und wurde zum Jahresende 2018 schweren Herzens aufgegeben. Mit dem Rias verbinden mich viele fröhliche Stunden, in trauter Zweisamkeit wie auch in ausgelassener großer Runde. Wirklich schade!
Schade, aber alles geht einmal vorüber. Das Bella Italia war seit Urzeiten der Tradititonsitaliener, egal ob für zwischendurch einmal oder traditionell am Vatertag. Das „Gericht der Wahl“ war das „TARTARA NACH ART DES HAUSES“ (Rohes Rindfleisch in dünne Scheiben geschnitten wird mit Pizzabrot serviert ). Über die Jahre wurde die Portionen, bei steigenden Preisen, immer kleiner, so daß ich irgendwann wegblieb.
Früher war ich für etliche Jahre Stammgast im Piu, und genoß, nebst den sardischen Weinen, die wohlschmeckende sardisch-italienische Küche. Nach ihrem 70. Geburtstag hatte Gabriella das Zepter dann an ihre Tochter Eleonora weitergegeben, und somit blieb die Trattoria, nach einem erneuten Umbau und mit dem neuen Namen „Little Cortile“, in der Familie. Bereits Anfang 2010 wurde das alte, rustikale Piu schon einmal mit einem neuen Gestaltungskonzept zweier hannoverscher Architektinnen komplett saniert, und so wurde seinerzeit alles moderner und schicker, auch das Publikum. Erhalten blieb damals nur die Auswahl an Speisen und vor allem Gabys herzliche Art, die natürlich nicht zu ersetzen war. Mir fehlte nach der Renovierung allerdings die vormalig lockere Atmosphäre und die Patina, die das Piu so richtig gemütlich machten. Mit Gabys späterem Ausscheiden und der neuen Speisekarte waren meine geliebten „Maccaroni Toni“ dann endgültig Geschichte.

München

 

Das P 1, damals noch im Ostflügel des Hauses der Kunst, war in den 80er und 90er Jahren Deutschlands Nobeldisco No. 1. Das Publikum war in der Regel piekfein, prominent und reich. Mir, dem „norddeutschen Bügerschreck“, kam die ganze exaltierte Show vor, wie das Fahren mit Handbremse, und ich empfand die Atmosphäre als „irgendwie spackig mit Wichtigschissen, die „auf locker machten“. Bei meinen Besuchen im „Oanser“ hing ich meist beim “Starenkasten“ meines Kumpels Lupo herum, der dort den Star-DJ gab, und dem ich meine Anwesenheit verdanken durfte. Mit ihm, einigen weiteren „Netten“ (meist Personal oder Freunde) und den Frei-Drinks hatte ich trotz allem oft eine gute Zeit.

New Orleans LA

In einem kreolischen Stadthaus in der Esplanade Ave., am Rande des French Quarter, bekam man die besten Hamburger in New Orleans. Es gab keine Qual der Wahl! Die Bestellung lautete Steakburger. Zur Überbrückung der Wartezeit verklappte man kaltes Bier und es wurden geröstete Erdnüsse serviert. Die Schalen landeten traditionell auf dem Fußboden, Südstaatenatmosphäre.

New York City

Gemütlich???
Nein! Skurril? Ja, auf jeden Fall und deshalb erwähnenswert. In diesem legendären riesigen YMCA in Midtown Manhattan verbrachte ich vor Urzeiten meine allererste Nacht in New York City. Im Flieger von London Gatwick nach JFK hatte ich zufällig eine Düsseldorfer Bekannte nebst Anhang getroffen, denen ich mich völlig ahnungslos anschloß. So landete ich im William Sloane House, ohne je etwas von „Gay Crusing“ und den „Village People“ gehört zu haben, deren bekanntestes Lied diesem Schuppen gewidmet ist. Welch absurdes Theater. Ich fand das alles sehr befremdlich, echt nicht meine Szene. Allerdings dachte ich, die Amis seien wohl so, vor allen Dingen nachdem ich an diesem schwül heißen Julitag auf der Taxi-Fahrt von Queens nach Manhattan tausende „doin‘ the stoop“ gesehen hatte. Wirklich unvergesslich bleibt mir auch die erfolglose Suche meiner Tagesbekanntschaft nach einer heruntergefallenen Kontaktlinse, die sich in der zentimeterdicken Staubschicht unter dem Bett partout nicht wiederfinden ließ. Auf jeden Fall sollte das meine letzte Übernachtung in diesem Laden bleiben, und ich habe seitdem nie wieder ein YMCA betreten. Das William Sloane House wurde Ende Dezember 1993 geschlossen und ab 1994 wurden die 1400 Zimmer in 252 Eigentumswohnungen gewandelt.
Das Ritz war mein absoluter Lieblingsladen in NYC. Im Sommer 1980, bereits kurz nach der Eröffnung, sah ich hier jede Menge geile Konzerte und schlug mir in dem Rock-Club die Nächte um die Ohren. Irgendwann im Jahr 1989 war hier Schluß, und der Club zog als „The new Ritz“ in die Räumlichkeiten des ehemaligen Studio 54 um. Heute beherbergt die Lokation in der 125 E 11th Street wieder die Webster Hall.
Wenn man sich von dem schnodderigen New Yorker …“NEXT“ nicht abschrecken ließ, bekam man in den 70ern in diesem Pizza Joint die besten Slices der Stadt. Mein Favorit war hier die Broccoli-Spinach Pizza. Als der Laden nach mehreren Besitzerwechseln im September 2011 dicht machte, waren die Pizzen gerade noch genießbar. Am 16. April 2012 feierte man Neueröffnung unter Uraltregie (Mario DiRienzo) und neuem Namen. Inzwischen ist das Famous Roio’s Pizza wohl endgültig geschlossen.

Oakland CA

Hier konnte man hervorragend abstürzen. Eli Thornton gründete und betrieb diesen legendären Club… bis er hinter der Theke von seiner eifersüchtigen Liebhaberin erschossen wurde. Mit dem neuen Besitzer Troyce Key wurde der EMHC mit Acts wie James Brown, Etta James, Lowell Fulson, Big Mama Thornton, Charlie Musselwhite, Robert Cray etc. das nordkalifornische Blues Venue. Als Troyce im Jahre 1992 verstarb war die große Zeit vorbei. Nach etlichen Neu- und Wiedereröffnungen ist der EMHC heute ein Punk-Club.
Im back yard des „Hide-A-Way“ schoben wir uns regelmäßig ziemlich übernächtigt die reichhaltigen Breakfast- Menues rein und warteten darauf, daß der Kopfschmerz nachließ. Zum Glück fiel hier der ganze typisch amerikanische Begrüßungs- und Bestell-Movie weg, und deshalb fühlte ich mich in dem Café echt wohl. Mitte der 90er war Schluß und die Lokalität wurde von einem Äthiopischen Restaurant bezogen.

Oceanside CA

In den 90ern war hier der Room #14 die Homebase meiner alljährlichen Surf-Urlaube in Südkalifornien. Es gab nur ein Nachbarzimmer und aus dem Badezimmerfenster hatte ich einen freien Blick auf den Strand und konnte den Swell begutachten. In den 2000er Jahren wurde die Travelodge, wie sich später herausstelte, intensiv als Hauptabsteige eines Prostitutionsrings genutzt. Inzwischen wurde die Gang ausgehoben und verknackt und der Schuppen wurde modernisiert und in „Harbor Inn and Suites“ umbenannt. Leider wurde auch die freie Sicht auf den Pazifik
verbaut.
The Strand Bar – „my local watering hole“ war von meinem Stamm-Motel fußläufig zu erreichen. Der Laden hatte nur eine Code 42 Lizenz, „On-Sale Beer and Wine for Public Premises“, und das ist war dem gemischten Publikum ein Segen. Nach einem Strandtag konnte man sich hier am Abend bei einigen Bieren unterhalten lassen. Die Gäste rekrutierten sich aus Spinnern, Trinkern, Einsamen, den ortsansässigen Vietnam Vets und den Mädels vom „The Main Attraction“ Stripschuppen, die hier nach Feierabend noch einen Absacker trinken wollten. Die Dramaturgie war zwar jeden Abend gleich, allerdings mit wechselnden Darstellern.
Dieser Pizza Joint war einfach unbeschreiblich. Ganze Jahrgänge von Marines haben sich hier an den fett belegten Mafia-Torten gemästet, nachdem sie vorher im Barber Shop auf der anderen Straßenseite ihren „High and Tight“ Jarhead verpaßt bekommen hatten. In den 90ern war ich ab und an in diesem legendären Laden, und es ist für mich immer noch unvorstellbar, wie man hier eine ganze Pizza verdrücken konnte.

Pamplona

War eine Cideria mit herzhaften Speisen. Hier wurde baskisch gesprochen und gesungen, mit Sidra bis zum Abwinken. Das traditionellen Menü bestand aus Stockfischomelett, Rinderkotelett und zum Nachtisch Schafkäse mit Quittengelee und Walnüssen. Inzwischen wurde das Iruñazarra wiedereröffnet, gnadenlos modern und kalt.

Paris

Polly Maggoo


Dieses Foto des alten Polly Maggoo habe ich in der Endphase des Ladens im Jahr 2000 aufgenommen. Nach der Eröffnung im Jahr 1967 befand sich unter der Adresse 11 Rue Saint-Jacques in Paris diese urige Bar, mit niedrigen Preisen und einem bunten illustren Publikum.
Das „Polly Maggoo“ beherbergte für mehrere Jahrzehnte eine Mischung von Studenten, Hippies, Weltreisenden, Säufern, Junkies, Künstlern, Schlaflosen, Schnorrern, Musikern, Verrückten und auch normalen Nachtschwärmern. Ende der 70er stieg ich bei längeren Paris-Aufenthalten regelmäßig in einem schäbigen Hotel in der Rue Saint Severin ab, einen Steinwurf entfernt vom Polly. Oft machte ich mich noch spät nachts dahin auf, und hing mit all den anderen skurrilen Gästen bis zum Morgengrauen in dem Laden ab. Das dort Erlebte bietet Stoff für mehrere Bücher.

Einer der Clubs in denen man Anfang der 80er einfach gewesen sein mußte. Komischerweise hatte ich an der Tür nie Schwierigkeiten, die konnten mich anscheinend nicht lesen und hielten mich für etwas Besonderes. Der Laden hatte eine hohe Promidichte, allerdings mußte man die aber auch erst einmal erkennen. Alles in allem, zu teuer und auch irgendwie fad. – eben Paris

Sag Harbor NY

In den Hamptons hat man leider viele „Stock im Arsch“-Läden. Hier hingegen bekam man in völlig lockerer Atmosphäre eine Slice, die man vor dem Laden auf einer hübschen Parkbank verdrücken konnte. Im Conca d’Oro bekämpfte ich oft mit guten Freunden den kleine Hunger. Am 31. Oktober 2017 war Schluß.

Wien

Der Fürstenhof war ein im alten Stil familiengeführtes Hotel. Gemütliches altes Ambiente gepaart mit freundlichem und kompetentem Service, genau so, wie ich es liebe. Die Anbindung: Hammer! Leider wurde das Hotel irgendwann im Jahr 2017 geschlossen. Auf meine Reservierungsanfrage im Januar 2018 erhielt ich folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr Schwarz,
das Hotel Fürstenhof ist leider geschlossen und der Hotelbetrieb eingestellt.
Best regards/Mit besten Grüßen
Martin Benes
Back Office
Mobil: +43 699 196 116 02
SHS Hotelconsulting & Brokerage GmbH
Ein Tochterunternehmen der R34 Gruppe